OCI-Katalog: der Lieferantenshop als externer Katalog im Einkaufssystem

Was einen OCI-Katalog ausmacht, wann er sich lohnt und was der Shop können muss

Ein OCI-Katalog ist ein Webshop oder Webkatalog, den ein Einkaufssystem über das Open Catalog Interface aufruft. Dieser Eintrag ordnet ihn gegenüber statischen Katalogen ein, beschreibt die Anforderungen an den Lieferantenshop und zeigt, wie der Einkauf die Kontrolle behält.

Mehr erfahren
  • OCI-Katalog oder statischer Katalog
  • Anforderungen an den Lieferantenshop
  • Einbindung in SAP
  • Steuerung durch den Einkauf

Was ist ein OCI-Katalog?

Ein OCI-Katalog ist ein externer Webkatalog, meist der Onlineshop eines Lieferanten, der aus einem Einkaufssystem heraus über das Open Catalog Interface von SAP aufgerufen wird. Die Artikeldaten bleiben beim Lieferanten; ins Einkaufssystem gelangen nur die Positionen, die ein Benutzer im Shop ausgewählt und übergeben hat.

Der OCI-Katalog aus Sicht von Einkauf und Lieferant

Für den Einkauf ist ein OCI-Katalog ein weiterer Eintrag in der Katalogauswahl des Einkaufssystems. Ein Klick führt in den Shop des Lieferanten, der bereits das vereinbarte Sortiment und die kundenindividuellen Preise zeigt. Am Ende steht keine Bestellung im Shop, sondern eine Übergabe der Positionen in den eigenen Warenkorb oder die eigene Bestellanforderung.

Für den Lieferanten ist derselbe Katalog sein Shop mit einer zusätzlichen Fähigkeit: Er nimmt Benutzer per Parameterübergabe entgegen und gibt den Warenkorb im OCI-Format zurück. Derselbe Shop kann viele Kunden bedienen und jedem sein eigenes Sortiment und seine Konditionen zeigen.

Typisch sind OCI-Kataloge für indirekte Bedarfe und C-Teile mit großem, häufig wechselndem Sortiment: Werkzeuge und Betriebsmittel, Normteile, Arbeitsschutz, Büro- und Laborbedarf oder IT-Zubehör. Auch im Werkzeug- und Formenbau werden Normalien und Zerspanungswerkzeuge oft über die OCI-Shops der Hersteller und Händler bezogen.

OCI-Katalog oder statischer Katalog?

Die Alternative zum OCI-Katalog ist der statische Katalog: Der Lieferant liefert seine Artikeldaten als Datei, etwa im Format BMEcat oder CSV, und der Einkauf lädt sie nach Prüfung in das eigene Katalogsystem.

KriteriumOCI-Katalog (Punchout)Statischer Katalog (Import)
DatenhaltungBeim LieferantenIm Katalogsystem des Kunden
AktualitätPreise und Verfügbarkeit so aktuell wie der ShopSo aktuell wie die letzte gelieferte und freigegebene Version
SortimentsgrößeAuch sehr große Sortimente ohne DatenübernahmePraktikabel für abgegrenzte, verhandelte Sortimente
Konfigurierbare ArtikelKonfiguratoren und Zubehörlogik des Shops nutzbarNur als fertige Varianten abbildbar
Suche über mehrere LieferantenSuche findet im jeweiligen Shop stattAlle Artikel in einer gemeinsamen Suche vergleichbar
Kontrolle über InhalteLieferant ändert Sortiment und Preise selbst; Kontrolle über Vertrag und StichprobenJede Katalogversion wird vor der Veröffentlichung geprüft und freigegeben
Aufwand beim KundenEinmalige Einrichtung der SchnittstelleLaufender Import und Freigabe von Aktualisierungen

In den meisten Unternehmen existieren beide Formen nebeneinander. Ausgehandelte Kernsortimente mit festen Preisen laufen als statische Kataloge, breite Sortimente und konfigurierbare Produkte als OCI-Kataloge.

Was ein Shop können muss, um als OCI-Katalog zu dienen

  • Anmeldung per übergebenen Parametern, ohne dass der Benutzer ein Kennwort eingeben muss
  • Kundenindividuelles Sortiment und kundenindividuelle Preise je Zugang
  • Eine Übergabefunktion anstelle des Bestellabschlusses, die den Warenkorb im OCI-Format an die Rücksprungadresse sendet
  • Rückgabewerte in den Mengeneinheiten und Warengruppen des Kunden oder in einer vereinbarten Klassifikation
  • Saubere Trennung paralleler Sitzungen, wenn viele Benutzer denselben technischen Zugang verwenden
  • Erreichbarkeit über HTTPS und eine Testumgebung für die Abstimmung

OCI-Kataloge in SAP einbinden

In SAP SRM erscheinen externe Kataloge im Einkaufswagen. SAP ERP und S/4HANA können OCI-Kataloge aus der Bestellanforderung heraus aufrufen, sodass die zurückgegebenen Positionen direkt als Anforderungspositionen angelegt werden. In allen Fällen wird der Katalog einmal als Webdienst mit seiner Aufrufstruktur hinterlegt und den berechtigten Benutzern zugeordnet.

Je mehr Lieferantenshops angebunden werden, desto häufiger wird ein vorgelagerter Katalog-Shop eingesetzt: Das ERP kennt dann nur noch einen Katalog, und dieser bündelt statische Kataloge und Punchout-Shops in einer Oberfläche und einem Warenkorb.

Wie der Einkauf die Kontrolle behält

Da der Lieferant Inhalte und Preise eines OCI-Katalogs selbst pflegt, braucht der Einkauf andere Kontrollpunkte als beim statischen Katalog. Bewährt haben sich vertraglich festgelegte Sortimente und Preislogiken, eine Zuordnung der Kataloge zu Benutzergruppen, Freigaberegeln nach Bestellwert und regelmäßige Stichproben der zurückgegebenen Preise.

Richtig eingesetzt, lenken OCI-Kataloge Bedarfe in geregelte Kanäle: Wer im Einkaufssystem bequem beim Vertragslieferanten bestellen kann, bestellt seltener am Einkauf vorbei.

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Der OCI-Katalog in vier Punkten

Worauf es bei Auswahl und Betrieb ankommt

  • Daten bleiben beim Lieferanten

    Sortiment, Preise und Verfügbarkeit werden im Shop gepflegt. Der Kunde übernimmt keine Artikeldaten, sondern nur ausgewählte Positionen.

    • Kein Katalogimport nötig
    • Kundenindividuelle Preise im Shop
    • Große Sortimente möglich
  • Bestellung bleibt beim Kunden

    Im Shop wird nicht bestellt. Die Positionen wandern zurück ins Einkaufssystem und durchlaufen dort Kontierung und Freigabe.

    • Übergabe statt Bestellabschluss
    • Freigabe nach eigenen Regeln
    • Bestellung aus dem eigenen System
  • Ergänzung zum statischen Katalog

    OCI-Kataloge eignen sich für breite und konfigurierbare Sortimente, statische Kataloge für verhandelte Kernsortimente.

    • Beide Formen kombinieren
    • Suche über alle Kataloge beachten
    • Pflegeaufwand abwägen
  • Kontrolle über Regeln

    Vertragliche Sortimente, Katalogzuordnung je Benutzergruppe und Freigaben nach Wert ersetzen die Prüfung einzelner Katalogversionen.

    • Katalogzugriff je Benutzergruppe
    • Wertgrenzen in der Freigabe
    • Stichproben bei Preisen

Statische Kataloge und OCI-Kataloge in einem Shop

Ovenca führt importierte Kataloge und Punchout-Shops in einem Katalog-Shop zusammen, sodass Bedarfsträger nur einen Einstieg brauchen.

Zentraler Punchout-Warenkorb
Positionen aus mehreren Lieferantenshops und aus importierten Katalogen landen in einem gemeinsamen Warenkorb.
Kataloge importieren und freigeben
Statische Kataloge kommen per CSV oder BMEcat ins System, werden validiert und sind erst nach Freigabe durch den Einkauf bestellbar.
Punchout je Benutzer steuern
Welche Benutzer welche Punchout-Kataloge sehen, legen Sie in der Rechteverwaltung fest.
Mehrstufige Freigabe
Unabhängig von der Katalogart durchläuft jeder Warenkorb denselben mehrstufigen Freigabeprozess.
Lieferanten einbinden
Über das Lieferantenportal pflegen Lieferanten ihre Katalogdaten selbst; Änderungen werden mit dem Einkauf abgestimmt.
Anbindung an SAP und andere ERP
Ovenca lässt sich per OCI, cXML oder API an Ihr ERP anbinden.

OCI-Katalog: Fragen und Antworten

OCI-Kataloge und eigene Kataloge zusammenführen

Wir zeigen Ihnen, wie Bedarfsträger über einen Katalog-Shop auf alle freigegebenen Kataloge und Lieferantenshops zugreifen.