Indirekter Einkauf: Definition, Warengruppen und Software für indirekte Beschaffung
Indirekter Einkauf umfasst alle Güter und Dienstleistungen, die ein Unternehmen für den laufenden Betrieb braucht, die aber nicht in das Endprodukt eingehen: von Ersatzteilen und C-Teilen über IT und Facility Management bis zu Marketing und Dienstleistungen.
Diese Seite erklärt den Begriff, grenzt direkten und indirekten Einkauf voneinander ab, ordnet MRO, C-Teile, Tail Spend und Maverick Buying ein und zeigt, was Software für indirekte Beschaffung leisten muss. Ovenca ist eine solche Software: Katalog, Bestellanforderung, Freigabe und Lieferantenportal vor dem ERP.
- Katalog und Punchout in einer Suche
- Mehrstufige Freigaben
- SAP und Nicht-SAP-ERP
- On-Premise oder Private Cloud
Was ist indirekter Einkauf?
Indirekter Einkauf, auch indirekte Beschaffung genannt, bezeichnet die Beschaffung aller Güter und Dienstleistungen, die ein Unternehmen für seinen Betrieb benötigt, die aber nicht unmittelbar in die eigenen Produkte oder in die Handelsware eingehen. Dazu gehören Ersatzteile und Werkzeuge, Büro- und IT-Ausstattung, Reinigung und Gebäudetechnik, Marketingleistungen, Beratung, Reisen und vieles mehr.
Das Gegenstück ist der direkte Einkauf: Rohstoffe, Komponenten und Vorprodukte, die in der Fertigung verbaut oder als Handelsware weiterverkauft werden. Die Grenze verläuft je nach Geschäftsmodell unterschiedlich. Verpackungsmaterial ist für einen Maschinenbauer indirekter Bedarf, für einen Lebensmittelhersteller Teil des Produkts.
In der Kostenrechnung landet indirekter Bedarf in der Regel nicht in den Materialeinzelkosten, sondern auf Kostenstellen, also in den Gemeinkosten. Für den Einkauf folgt daraus eine andere Aufgabe als im direkten Einkauf: Es geht weniger um den einzelnen Materialpreis als um einen geregelten Bestellweg für sehr viele, sehr unterschiedliche Bedarfe.
Indirekter Einkauf auf einen Blick
- Gegenstand
- Güter und Dienstleistungen für den laufenden Betrieb, die nicht in das Endprodukt eingehen
- Synonyme
- Indirekte Beschaffung, Indirect Procurement, Einkauf von Nichtproduktionsmaterial (NPM)
- Typische Warengruppen
- MRO, C-Teile, IT, Facility Management, Bürobedarf, Marketing, Dienstleistungen, Reisen
- Bedarfsträger
- Potenziell jede Abteilung und jeder Standort, nicht nur Disposition und Fertigung
- Kostenzuordnung
- Kostenstelle, Auftrag oder Projekt statt Stückliste
- Kernaufgabe
- Viele kleine Bedarfe über verhandelte Lieferanten, Kataloge und klare Freigaben bündeln
Direkter und indirekter Einkauf im Vergleich
Beide Bereiche gehören zum Einkauf, folgen aber unterschiedlichen Logiken. Der direkte Einkauf wird aus der Produktionsplanung gesteuert, der indirekte Einkauf entsteht aus dem Bedarf einzelner Mitarbeitender.
| Kriterium | Direkter Einkauf | Indirekter Einkauf |
|---|---|---|
| Gegenstand | Rohstoffe, Komponenten, Vorprodukte und Handelsware, die in das Endprodukt eingehen | Güter und Dienstleistungen für den Betrieb, die nicht in das Endprodukt eingehen |
| Auslöser des Bedarfs | Produktionsplanung, Stückliste und Disposition | Einzelne Mitarbeitende und Fachabteilungen, häufig ungeplant |
| Bedarfsträger | Wenige: Disposition, Fertigung, Supply Chain | Viele: potenziell jede Abteilung an jedem Standort |
| Lieferanten | Überschaubare Zahl, langfristige Beziehungen, Lieferpläne | Sehr viele, vom Rahmenvertragspartner bis zum lokalen Handwerksbetrieb |
| Bestellungen | Planbar, wiederkehrend, große Mengen und Werte je Vorgang | Viele Einzelvorgänge mit kleinem Bestellwert |
| Stammdaten | Materialstamm, Stückliste und Infosatz im ERP | Oft kein Materialstamm; Katalogartikel, Warengruppe oder Freitext |
| Kostenzuordnung | Materialeinzelkosten des Produkts | Gemeinkosten über Kostenstelle, Auftrag oder Projekt |
| Typische Systemunterstützung | ERP mit Disposition, Rahmenverträgen und Lieferplänen | Katalog, Punchout und Bestellanforderung mit Freigabe, dem ERP vorgelagert |
| Wichtigster Hebel | Materialpreis, Versorgungssicherheit, Qualität | Prozesskosten, Bündelung, Nutzung verhandelter Konditionen |
| Größtes Risiko | Ein Lieferausfall stoppt die Produktion | Ausgaben laufen an Einkauf, Verträgen und Freigaben vorbei |
Begriffe im indirekten Einkauf kurz erklärt
- MRO
- Abkürzung für Maintenance, Repair and Operations, auf Deutsch Wartung, Reparatur und Betrieb. Im Einkauf steht MRO für alle Materialien und Leistungen, die Anlagen und Gebäude betriebsbereit halten: Ersatzteile, Werkzeuge, Schmierstoffe, Instandhaltungsleistungen.
- C-Teile
- Artikel mit geringem Einzelwert, die in großer Zahl und Vielfalt bestellt werden, etwa Schrauben, Dichtungen, Handschuhe oder Büromaterial. Der Begriff stammt aus der ABC-Analyse: C-Teile machen einen kleinen Teil des Einkaufsvolumens aus, aber einen großen Teil der Bestellvorgänge.
- Tail Spend
- Der Teil der Ausgaben, der sich auf sehr viele kleine Bestellungen und Lieferanten verteilt und vom Einkauf nicht aktiv gesteuert wird. Tail Spend ist kein eigener Warengruppenbegriff, sondern beschreibt das untere Ende der Ausgabenverteilung.
- Maverick Buying
- Beschaffung am Einkauf vorbei: Fachabteilungen bestellen selbst, außerhalb von Rahmenverträgen und ohne den vorgesehenen Bestell- und Freigabeweg. Im indirekten Einkauf ist das der häufigste Grund, warum verhandelte Konditionen nicht genutzt werden.
- Indirektes Material
- Material, das nicht in das Endprodukt eingeht oder ihm nicht einzeln zugerechnet wird: Betriebsstoffe wie Schmier- und Reinigungsmittel, Werkzeuge, Ersatzteile, Büromaterial. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Gemeinkostenmaterial und Nichtproduktionsmaterial.
- Bestellanforderung (BANF)
- Die interne Anforderung eines Bedarfsträgers an den Einkauf, eine bestimmte Ware oder Leistung zu beschaffen. Im indirekten Einkauf entsteht sie idealerweise direkt aus dem Warenkorb eines Katalogs und durchläuft danach die Freigabe.
Kategorien im indirekten Einkauf mit Beispielen
Welche Warengruppen zum indirekten Einkauf zählen, legt jedes Unternehmen selbst fest. Die folgenden Kategorien finden sich in den meisten Warengruppenstrukturen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie gut sie sich über Kataloge abbilden lassen.
| Warengruppe | Beispiele | Typischer Bestellweg |
|---|---|---|
| MRO: Wartung, Reparatur, BetriebAlles, was Anlagen, Maschinen und Gebäude betriebsbereit hält. In Industrieunternehmen meist die Warengruppe mit den meisten Artikeln und Lieferanten. | Ersatzteile, Werkzeuge, Lager, Dichtungen, Schmierstoffe, Elektromaterial, Instandhaltungsleistungen | Lieferantenkataloge und Punchout-Shops technischer Händler; Sonderteile als Freitext oder Formular |
| C-Teile und BetriebsstoffeGeringwertige Verbrauchsartikel mit hoher Bestellhäufigkeit. Der Aufwand je Bestellung fällt hier besonders ins Gewicht. | Schrauben, Befestigungstechnik, Verpackungsmittel, Reinigungsmittel, Klebstoffe | Katalog mit festen Preisen; am Verbrauchsort teilweise Kanban- oder Automatenlösungen des Lieferanten |
| Arbeitsschutz und LaborbedarfBedarfe mit Vorgaben aus Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement. Hier zählt, dass nur freigegebene Artikel bestellt werden. | Persönliche Schutzausrüstung, Arbeitskleidung, Laborverbrauchsmaterial, Chemikalien in Kleinmengen | Katalog mit eingeschränkter Sichtbarkeit je Abteilung oder Standort |
| IT und TelekommunikationHardware, Software und Dienste für Arbeitsplätze und Rechenzentrum. Standards werden von der IT vorgegeben, bestellt wird in den Fachbereichen. | Notebooks, Monitore, Zubehör, Softwarelizenzen, Mobilfunkverträge, Cloud-Dienste | Katalog mit freigegebenen Standardkonfigurationen; Lizenzen und Projekte über Formular mit Freigabe durch die IT |
| Facility ManagementBetrieb und Unterhalt von Gebäuden und Flächen, überwiegend als Dienstleistung und oft standortbezogen vergeben. | Reinigung, Sicherheitsdienst, Gebäudetechnik, Entsorgung, Kantine, Energie | Rahmenverträge; Abrufe und Zusatzleistungen über Bestellanforderung |
| Büro- und GeschäftsausstattungDer klassische Katalogbedarf: standardisierte Artikel, viele Besteller, kleine Beträge. | Büromaterial, Möbel, Druckerzubehör, Bewirtung, Fachliteratur | Katalog oder Punchout-Shop des Rahmenvertragslieferanten |
| Marketing und KommunikationKreative und mediale Leistungen, die selten in ein Artikelraster passen und häufig direkt von der Fachabteilung beauftragt werden. | Agenturleistungen, Druckerzeugnisse, Messebau, Werbemittel, Veranstaltungen | Werbemittel und Drucksachen über Katalog; Agentur- und Projektleistungen über Freitext oder Formular |
| Dienstleistungen und BeratungLeistungen, die nach Aufwand, Tagessatz oder Werk vergütet werden. Bestellung und Leistungsnachweis sind anspruchsvoller als bei Sachgütern. | Unternehmensberatung, Zeitarbeit, Schulungen, Übersetzungen, Ingenieur- und Prüfleistungen | Rahmenverträge mit Abruf; Einzelbeauftragung über Formular mit Freigabe |
| Reisen und FuhrparkMobilitätskosten mit eigenen Regeln und meist eigenen Systemen. Organisatorisch werden sie häufig dem indirekten Einkauf zugeordnet. | Flüge, Bahn, Hotels, Mietwagen, Leasingfahrzeuge, Tankkarten | Reisebuchungssysteme und Leasingverträge; der Einkauf verhandelt die Rahmenkonditionen |
Warum der indirekte Einkauf schwer zu steuern ist
Im direkten Einkauf gibt die Produktionsplanung den Takt vor. Im indirekten Einkauf fehlt dieser Taktgeber. Daraus ergeben sich sechs wiederkehrende Probleme.
Viele Bedarfsträger ohne Einkaufsroutine
Bestellt wird von Menschen, deren eigentliche Aufgabe eine andere ist: Instandhalter, Laborleiterinnen, Assistenzen, Projektleiter. Sie bestellen selten und kennen weder Rahmenverträge noch Warengruppenschlüssel. Ein Bestellweg, der ERP-Kenntnisse voraussetzt, wird umgangen.
Viele Lieferanten, kleine Bestellwerte
Das Volumen verteilt sich auf sehr viele Lieferanten und Einzelvorgänge. Jede Bestellung verursacht Aufwand für Anforderung, Freigabe, Bestellung, Wareneingang und Rechnungsprüfung, unabhängig vom Warenwert. Bei geringwertigen Artikeln steht dieser Aufwand schnell in keinem Verhältnis zum Bestellwert.
Maverick Buying
Wo der offizielle Weg zu umständlich ist, wird per Telefon, E-Mail, Firmenkreditkarte oder im Webshop bestellt. Der Einkauf erfährt davon erst mit der Rechnung. Verhandelte Preise bleiben ungenutzt, und die Bestellung fehlt als Grundlage für die Rechnungsprüfung.
Freitext statt Stammdaten
Für die meisten indirekten Bedarfe gibt es keinen Materialstamm. Ohne Katalog werden sie als Freitext angefordert: ohne Artikelnummer, mit geschätztem Preis und uneinheitlicher Bezeichnung. Der Einkauf muss jede Position nachbearbeiten, und Auswertungen nach Warengruppen werden unzuverlässig.
Freigaben außerhalb des Systems
Wer was bis zu welchem Betrag bestellen darf, ist geregelt, wird aber oft per E-Mail oder Unterschrift auf Papier abgewickelt. Das kostet Zeit und ist bei einer Revision schwer nachzuweisen.
Wenig Transparenz über die Ausgaben
Wenn Bestellungen über mehrere Wege laufen und Positionen als Freitext erfasst sind, lässt sich kaum sagen, wie viel bei welchem Lieferanten für welche Warengruppe ausgegeben wird. Ohne diese Zahlen fehlt die Grundlage für Bündelung und Verhandlung.
Wie Software den indirekten Einkauf steuerbar macht
Software für indirekte Beschaffung setzt vor dem ERP an: Sie gibt Bedarfsträgern einen einfachen Bestellweg und dem Einkauf die Kontrolle über Sortiment, Lieferanten und Freigaben. Ovenca deckt diese Aufgaben mit vier Bausteinen ab.
Catalog Shop: ein Bestellweg für alle Bedarfsträger
Gegen Maverick Buying hilft vor allem ein Bestellweg, der einfacher ist als der Umweg. Der Catalog Shop ist das interne Einkaufsportal für Fachabteilungen.
- Eine Suche über alle freigegebenen Kataloge und Punchout-Shops
- Ein gemeinsamer Warenkorb für Katalog-, Punchout- und Freitextpositionen
- SmartForms für Bedarfe, die nicht als Katalogartikel vorliegen
- Aus dem Warenkorb entsteht die Bestellanforderung
Catalog Management: Sortiment und Konditionen zentral steuern
Der Einkauf legt fest, welche Artikel zu welchen Preisen für wen sichtbar sind. So kommen verhandelte Konditionen in der Bestellung an.
- Import und Validierung von CSV- und BMEcat-Katalogen
- Punchout-Anbindung von Lieferantenshops per OCI und cXML
- Kontraktartikel und ERP-Materialnummern in der Suche
- Sichtbarkeit von Katalogen und Produkten je Organisationseinheit
Vendor Portal: Lieferanten pflegen ihre Kataloge selbst
Bei vielen Lieferanten kann der Einkauf Katalogdaten nicht selbst aktuell halten. Im Vendor Portal liegt die Pflege beim Lieferanten, die Freigabe beim Einkauf.
- Katalogpflege im Browser oder per CSV- und Excel-Import
- Validierung der Daten bei der Aufnahme
- Freigabeprozess mit Änderungsprotokoll
- Onboarding mit Fragebögen, Selbstauskünften und Zertifikaten
Freigaben und ERP-Integration
Freigaberegeln werden einmal konfiguriert und gelten für jede Bestellanforderung. Der freigegebene Vorgang geht ohne erneute Erfassung an das ERP.
- Mehrstufige Freigaben nach Wert, Kostenstelle oder Kategorie
- Budgetgrenzen je Kostenstelle, Benutzer oder Kategorie
- Audit-Trail und Reporting zu Suche, Bestellungen und Nutzung
- SAP ERP und S/4HANA sowie Nicht-SAP-Systeme per OCI, cXML oder API
Was Ovenca nicht leistet
Ovenca ist Software, kein Einkaufsdienstleister: Die Übernahme Ihres indirekten Einkaufs als Outsourcing- oder BPO-Leistung gehört nicht zu unserem Angebot. Ebenfalls nicht enthalten sind Ausschreibungen und Auktionen, Vertragsverwaltung auf Klauselebene, Rechnungseingang und Zahlungsverkehr; diese Schritte laufen im ERP oder in spezialisierten Systemen. Dienstleistungen lassen sich über Kataloge und SmartForms anfordern, eine spezialisierte Dienstleistungsbeschaffung mit Leistungserfassung bietet Ovenca nicht. Das Reporting liefert Auswertungen zu Bestellungen, Suchanfragen und Katalognutzung; für weitergehende Ausgabenanalysen werden die Daten exportiert.
Abgedeckte und nicht abgedeckte Funktionen: Feature-Matrix auf der Seite SAP SRM Nachfolger
Weltweit im Einsatz bei LANXESS
„Über die Einbindung von SAP-Kontrakten und Materialnummern in die Produktsuche konnten wir die Automatisierung unserer purchase-to-pay-Prozesse in gewünschter Weise steigern. Auf der übersichtlichen Administrationsebene steuern wir die Freigabe und Verfügbarkeit des Contents, verwalten Benutzerberechtigungen und erhalten die gewünschte Transparenz durch aussagekräftige Reports.“
Der Kölner Spezialchemie-Konzern LANXESS arbeitet seit 2014 mit Onveda und setzt Ovenca weltweit als eProcurement-Plattform ein, mit Anbindung an SAP. Im Einsatz sind Catalog Shop, Catalog Management, Lieferantenmanagement, Freigabeprozesse, Reporting und Administration.
Software für indirekte Beschaffung auswählen: worauf es ankommt
Anbieter für indirekte Beschaffung reichen von der Source-to-Pay-Suite über spezialisierte Katalog- und Bestellplattformen bis zum Marktplatz mit eigenem Sortiment. Diese Fragen helfen, die Angebote vergleichbar zu machen.
Akzeptanz bei Bedarfsträgern
- Finden gelegentliche Besteller ohne Schulung, was sie brauchen?
- Gibt es eine Suche über alle Kataloge und Punchout-Shops statt einzelner Einstiege je Lieferant?
- Wie werden Bedarfe erfasst, die nicht im Katalog stehen?
- Sehen Besteller den Status ihrer Anforderung und den aktuellen Genehmiger?
Kataloge und Lieferantenanbindung
- Welche Formate werden unterstützt (BMEcat, CSV, Excel, OCI, cXML)?
- Können Lieferanten ihre Kataloge selbst pflegen, mit Prüfung durch den Einkauf?
- Fallen für Lieferanten Netzwerk- oder Transaktionsgebühren an?
- Lassen sich eigene Rahmenvertragslieferanten anbinden, oder ist das Sortiment an einen Marktplatz gebunden?
Freigaben und Compliance
- Lässt sich die Freigabematrix mit Wertgrenzen, Kostenstellen und Vier-Augen-Prinzip abbilden?
- Wird jede Freigabe mit Nutzer und Zeitstempel protokolliert?
- Lässt sich die Sichtbarkeit von Katalogen je Gesellschaft, Standort oder Abteilung einschränken?
- Kann die interne Revision lesend zugreifen?
ERP-Integration
- Werden Bestellanforderungen oder Bestellungen ohne erneute Erfassung an das ERP übergeben?
- Werden Kostenstellen, Warengruppen und Kontrakte aus dem ERP übernommen?
- Lassen sich mehrere ERP-Systeme anbinden, auch Nicht-SAP-Systeme in Tochtergesellschaften?
- Kommt die Integration ohne Modifikation im ERP aus?
Betriebsmodell und Datenhaltung
- Ist neben der Public Cloud auch On-Premise oder Private Cloud möglich?
- In welchem Land liegen Daten und Backups?
- Wer bestimmt den Zeitpunkt von Updates: Anbieter oder Kunde?
- Passt die Anmeldung zum bestehenden Identitätsmanagement (Single Sign-on)?
Abgrenzung und Kosten
- Suchen Sie Software oder eine Dienstleistung, die den indirekten Einkauf für Sie übernimmt (Outsourcing, BPO)?
- Welche Warengruppen sollen über die Plattform laufen und welche bleiben in eigenen Systemen, etwa Reisen?
- Ist das Lizenzmodell nach Nutzern, Transaktionen oder Funktionsumfang gestaffelt?
- Gibt es eine Referenz in vergleichbarer Größe und Systemlandschaft?
Fragen und Antworten zum indirekten Einkauf
Indirekter Einkauf ist die Beschaffung aller Güter und Dienstleistungen, die ein Unternehmen für seinen Betrieb benötigt, die aber nicht in das Endprodukt eingehen. Typische Beispiele sind Ersatzteile, Werkzeuge, Bürobedarf, IT-Ausstattung, Reinigung, Marketingleistungen und Beratung. Gleichbedeutend wird der Begriff indirekte Beschaffung verwendet.
Der direkte Einkauf beschafft Rohstoffe, Komponenten und Handelsware, die in das Produkt eingehen; der Bedarf ergibt sich aus der Produktionsplanung. Der indirekte Einkauf beschafft alles, was den Betrieb aufrechterhält; der Bedarf entsteht bei einzelnen Mitarbeitenden in allen Abteilungen. Direkter Einkauf bedeutet wenige Lieferanten und große, planbare Mengen, indirekter Einkauf viele Lieferanten und viele kleine Bestellungen.
MRO ist die Abkürzung für Maintenance, Repair and Operations, auf Deutsch Wartung, Reparatur und Betrieb. Im Einkauf bezeichnet MRO die Materialien und Leistungen, mit denen Anlagen, Maschinen und Gebäude instand gehalten und betrieben werden: Ersatzteile, Werkzeuge, Schmierstoffe, Elektromaterial und Instandhaltungsleistungen. MRO ist eine Warengruppe des indirekten Einkaufs. In der Luftfahrt steht das O auch für Overhaul, also Überholung.
Indirektes Material ist Material, das nicht in das Endprodukt eingeht oder ihm nicht einzeln zugerechnet wird. Dazu zählen Betriebsstoffe wie Schmier- und Reinigungsmittel, Werkzeuge, Ersatzteile, Arbeitsschutz und Büromaterial. In der Kostenrechnung wird es als Gemeinkostenmaterial geführt; gebräuchlich ist auch der Begriff Nichtproduktionsmaterial.
Üblich sind MRO, C-Teile und Betriebsstoffe, Arbeitsschutz und Laborbedarf, IT und Telekommunikation, Facility Management, Büro- und Geschäftsausstattung, Marketing, Dienstleistungen und Beratung sowie Reisen und Fuhrpark. Die genaue Abgrenzung legt jedes Unternehmen in seiner Warengruppenstruktur fest.
Tail Spend bezeichnet den Teil der Ausgaben, der sich auf sehr viele kleine Bestellungen und Lieferanten verteilt und vom Einkauf nicht aktiv gesteuert wird. Er entsteht überwiegend im indirekten Einkauf. Reduzieren lässt er sich, indem wiederkehrende Bedarfe in Kataloge überführt und auf weniger Lieferanten gebündelt werden.
C-Teile-Management ist die Organisation der Beschaffung geringwertiger Artikel mit hoher Bestellhäufigkeit, etwa Schrauben, Dichtungen oder Arbeitshandschuhe. Ziel ist, den Aufwand je Bestellung zu senken: durch Kataloge mit festen Preisen, wenige Lieferanten und vereinfachte Freigaben. Physische Nachschublösungen wie Kanban-Regale oder Ausgabeautomaten kommen vom jeweiligen C-Teile-Lieferanten; eine eProcurement-Software bildet den Bestellprozess ab.
Indem der offizielle Bestellweg einfacher wird als der Umweg. In der Praxis heißt das: ein Katalog, in dem Bedarfsträger die freigegebenen Artikel schnell finden, ein geregelter Weg für Bedarfe außerhalb des Katalogs und Freigaben, die nicht aufhalten. Ergänzend braucht es eine klare Vorgabe, dass Rechnungen ohne Bestellung die Ausnahme sind.
Sie stellt Bedarfsträgern Kataloge und Punchout-Shops in einer Oberfläche bereit, erzeugt aus dem Warenkorb eine Bestellanforderung, leitet sie nach hinterlegten Regeln zur Freigabe und übergibt den freigegebenen Vorgang an das ERP. Lieferanten pflegen ihre Katalogdaten über ein Portal. Der Einkauf steuert Sortiment, Sichtbarkeit und Freigabewege und erhält Auswertungen zu Bestellungen und Nutzung.
Nein. Ovenca ist eine eProcurement-Software, mit der Ihr Einkauf den indirekten Bedarf selbst steuert. Die Auslagerung des indirekten Einkaufs an einen Dienstleister (Business Process Outsourcing, BPO) bieten wir nicht an. Ihre Lieferanten, Rahmenverträge und Konditionen bleiben in Ihrer Hand.
Ovenca wird per OCI-Punchout, cXML oder API an SAP ERP und S/4HANA angebunden. Microsoft Dynamics, Oracle, Infor und proprietäre ERP-Systeme werden auf demselben Weg angebunden. Die Plattform läuft wahlweise On-Premise, in einer Private Cloud in der EU oder hybrid.
Dienstleistungen können über Katalogpositionen, Freitext und SmartForms angefordert und freigegeben werden. Der Schwerpunkt von Ovenca liegt auf Sachgütern; eine spezialisierte Dienstleistungsbeschaffung mit Leistungserfassung ist nicht enthalten und bleibt im ERP oder in einem dafür vorgesehenen System.
Weiterführende Seiten
Die Bausteine von Ovenca im Detail, der Prozess dahinter und Hilfen für den Business Case.
Catalog Shop
Das interne Einkaufsportal: Suche, Warenkorb und Bestellanforderung für Bedarfsträger.
Catalog Management
Lieferantenkataloge importieren, validieren und mit Kontrakten verknüpfen.
Vendor Portal
Lieferanten pflegen Kataloge und Nachweise selbst, mit Freigabe durch den Einkauf.
Source-to-Pay
Der Gesamtprozess von der Lieferantensuche bis zur Zahlung und die Rolle des Katalogs darin.
Vorteile digitaler Beschaffung
Welche Vorteile die Digitalisierung der Beschaffung bringt.
ROI-Rechner
Den Business Case für eProcurement mit eigenen Zahlen durchrechnen.
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