Katalogdatenqualität im Einkauf

Ein Katalogsystem ist so gut wie die Daten darin. Fehlen Pflichtangaben, stimmen Einheiten nicht oder sind Preise veraltet, bestellen Mitarbeiter am Katalog vorbei und der Einkauf bessert nach.

Diese Seite zeigt, was gute Katalogdaten ausmacht, welche Fehler am häufigsten Arbeit verursachen, wer wofür zuständig ist und wie die Qualität dauerhaft hält.

Was gute Katalogdaten ausmacht

Katalogdaten sind gut, wenn ein Mitarbeiter den richtigen Artikel findet, ohne Rückfrage bestellen kann und die Bestellung im ERP ohne Nacharbeit ankommt.

Das hängt weniger von der Menge der Angaben ab als von fünf Eigenschaften. Fehlt eine davon, zeigt sich das nicht im Katalog, sondern später: in der Suche, bei der Freigabe oder bei der Rechnung.

Fünf Eigenschaften

Vollständig
Name, Artikelnummer, Preis, Mengeneinheit und Warengruppe sind bei jedem Artikel gefüllt.
Eindeutig
Jeder Artikel kommt je Lieferant genau einmal vor.
Einheitlich
Einheiten, Warengruppen und Schreibweisen folgen einer Regel, nicht der Logik des einzelnen Lieferanten.
Aktuell
Preise und Sortiment entsprechen dem, was vereinbart und lieferbar ist.
Passend zum ERP
Einheiten und Klassifikation lassen sich den Werten im ERP zuordnen.

Sechs typische Fehler und ihre Folgen

Jeder dieser Fehler ist für sich klein. Arbeit entsteht, weil er erst auffällt, nachdem jemand bestellt hat.

Vollständiger Datensatz

bestellbar

Produktname
Schutzhandschuh Nitril, Größe 9
Artikelnummer
SH-4711-09
Preis
8,40 EUR
Mengeneinheit
Packung mit 10 Paar
Warengruppe
Arbeitsschutz
Bild
vorhanden

Derselbe Artikel mit Fehlern

4 Probleme

Produktname
leerPflichtangabe fehlt
Artikelnummer
SH-4711-09
Preis
8,40 EUR
Mengeneinheit
StückEin Paar oder eine Packung? Die Bestellmenge wird falsch.
Warengruppe
Handschuhe allg.Diese Warengruppe gibt es nicht.
Bild
fehltDer Artikel ist in der Suche schwer zu erkennen.
Beispieldaten zur Veranschaulichung.
Typische Fehler in Katalogdaten, ihre Folge im Alltag und die Stelle, an der sie auffallen sollten
FehlerFolge im AlltagSollte auffallen
Leere PflichtangabenArtikel ohne Namen, Preis oder Einheit lassen sich nicht sinnvoll bestellen. Der Einkauf fragt beim Lieferanten nach.Beim Einreichen des Katalogs
Falsche oder fehlende WarengruppeDer Artikel fehlt in der Navigation, Freigaben laufen an die falsche Stelle und Auswertungen nach Warengruppe stimmen nicht.Beim Einreichen des Katalogs
Uneinheitliche MengeneinheitenStück, Packung und Karton werden verwechselt. Bestellt wird die falsche Menge, oder das ERP nimmt die Einheit nicht an.Bei der Zuordnung der Einheiten
Dürftige Beschreibungen, fehlende BilderDie Suche findet den Artikel nicht, Mitarbeiter erkennen ihn nicht und weichen auf Freitextbestellungen aus.Beim Einreichen des Katalogs
Veraltete PreiseDie Bestellung trägt einen anderen Preis als die Rechnung. Die Abweichung muss jemand klären.Bei jeder Aktualisierung
Doppelte ArtikelDerselbe Artikel steht mehrfach im Katalog, teils mit unterschiedlichen Preisen. Mitarbeiter wissen nicht, welcher gilt.Beim Einreichen des Katalogs

Wer wofür zuständig ist

Katalogqualität scheitert selten am Werkzeug und oft daran, dass der Einkauf die Daten der Lieferanten selbst repariert. Tragfähig ist die Aufteilung, wenn der korrigiert, der die Daten kennt.

  • Lieferant

    Liefert die Katalogdaten, hält Preise und Sortiment aktuell und korrigiert Fehler selbst.

  • Einkauf

    Legt fest, welche Angaben Pflicht sind und welche Warengruppen gelten. Prüft eingereichte Kataloge und gibt sie frei.

  • IT und ERP-Verantwortliche

    Stellen Stammdaten bereit und pflegen die Zuordnung von Mengeneinheiten und Klassifikation zum ERP.

  • Anforderer

    Melden, wenn ein Artikel fehlt oder falsch beschrieben ist. Ihre Suchanfragen zeigen, wo der Katalog Lücken hat.

So bleibt die Qualität dauerhaft

Ein einmal bereinigter Katalog veraltet mit der nächsten Preisliste. Dauerhaft hält die Qualität nur, wenn jede neue Fassung denselben Weg nimmt.

  1. Regeln festlegen

    Pflichtangaben, Warengruppen und Einheiten werden einmal definiert und gelten für alle Lieferanten.

  2. Beim Einreichen prüfen

    Jeder Katalog wird gegen diese Regeln geprüft, bevor ihn jemand zu sehen bekommt.

  3. Rückmeldung an den Lieferanten

    Der Lieferant sieht je Artikel, was fehlt oder falsch ist.

  4. Lieferant korrigiert

    Er bessert die Daten selbst nach oder lädt den Katalog erneut hoch.

  5. Einkauf gibt frei

    Erst der geprüfte und freigegebene Katalog ist bestellbar.

Wie Ovenca Kataloge prüft

In Ovenca reichen Lieferanten ihre Kataloge im Vendor Portal ein. Die Prüfung läuft beim Einreichen, die Korrektur liegt beim Lieferanten.

Ansicht „Edit catalog“ im Vendor Portal mit geöffneter Problemliste zu einem Artikel: drei Probleme, darunter ein leeres Pflichtfeld

Die Abbildungen auf dieser Seite zeigen eine Demo-Umgebung mit Beispieldaten.

  • Prüfung beim Einreichen

    Ovenca prüft jeden Katalog beim Einreichen. Fehlgeschlagene Importe sind in der Liste als solche gekennzeichnet.

  • Problemliste je Artikel

    Der Lieferant sieht zu jedem Artikel, was fehlt oder falsch ist, im Beispiel ein leerer Produktname, ein fehlendes Bild und eine Warengruppe, die es nicht gibt.

  • Korrektur durch den Lieferanten

    Er korrigiert die Daten im Portal oder lädt den Katalog erneut hoch. Ihr Einkauf bekommt nur geprüfte Kataloge zur Freigabe.

  • Freigabe durch den Einkauf

    Kataloge erscheinen im Catalog Shop erst, nachdem sie geprüft und freigegeben wurden.

  • Zuordnung zum ERP

    Mengeneinheiten und UNSPSC-Klassifikation der Lieferanten werden im Catalog Management den Werten Ihres ERP zugeordnet.

Checkliste für Ihre Kataloge

Mit diesen Fragen sehen Sie, wo Ihre Kataloge heute stehen.

Regeln

  • Ist festgelegt, welche Angaben je Artikel Pflicht sind?
  • Gibt es eine verbindliche Liste der Warengruppen?
  • Ist geregelt, welche Mengeneinheiten zulässig sind?
  • Kennen Ihre Lieferanten diese Regeln?

Prüfung

  • Wird jeder Katalog geprüft, bevor er bestellbar ist?
  • Wer bemerkt einen Fehler zuerst: das System oder ein Besteller?
  • Erhält der Lieferant die Fehler je Artikel?
  • Wer korrigiert: der Lieferant oder Ihr Einkauf?

Pflege

  • Wie kommen Preisänderungen in den Katalog?
  • Wie oft liefern Lieferanten eine neue Fassung?
  • Sehen Sie, wonach Mitarbeiter erfolglos suchen?
  • Ist nachvollziehbar, wer welchen Katalog freigegeben hat?

Häufige Fragen zur Katalogdatenqualität

Katalogdatenqualität beschreibt, wie vollständig, eindeutig, einheitlich und aktuell die Artikeldaten in einem elektronischen Katalog sind und ob sie zum ERP passen. Gute Katalogdaten erkennt man daran, dass Mitarbeiter Artikel finden und Bestellungen ohne Nacharbeit durchlaufen.

Der Lieferant liefert und korrigiert die Daten, der Einkauf legt die Regeln fest und gibt Kataloge frei. Übernimmt der Einkauf die Korrektur selbst, wächst der Aufwand mit jedem weiteren Lieferanten.

Mindestens Produktname, Artikelnummer, Preis, Mengeneinheit und Warengruppe. Welche weiteren Angaben Pflicht sind, etwa Bild oder Beschreibung, legt der Einkauf fest.

Häufig, weil sie den Artikel nicht finden oder nicht erkennen. Ursache sind dürftige Beschreibungen, fehlende Bilder oder falsche Warengruppen. Die Folge sind Freitextbestellungen und Maverick Buying.

Ovenca prüft jeden Katalog beim Einreichen und zeigt dem Lieferanten im Vendor Portal je Artikel eine Problemliste. Der Lieferant korrigiert selbst, der Einkauf gibt den geprüften Katalog frei.

Weiterführende Seiten

  • Vendor Portal

    Wie Lieferanten Kataloge einreichen, Probleme beheben und den Status verfolgen.

  • Catalog Management

    Import, Prüfung, Freigabe und die Zuordnung von Einheiten und Klassifikation.

  • Katalogsystem ablösen

    Wie der Wechsel von einem bestehenden System abläuft und wie Kataloge übernommen werden.

  • Glossar: Maverick Buying

    Was Bestellungen am Katalog vorbei sind und wie sie entstehen.

Demo oder Fachgespräch anfragen

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