Purchase-to-Pay (P2P): vom Bedarf bis zur bezahlten Rechnung

Der operative Beschaffungsprozess in sieben Schritten

Purchase-to-Pay, kurz P2P, bezeichnet den operativen Beschaffungsprozess von der Bedarfsmeldung über Bestellung und Wareneingang bis zur Zahlung der Lieferantenrechnung. Procure-to-Pay meint denselben Prozess.

  • Bedarf und Bestellanforderung
  • Freigabe und Bestellung
  • Wareneingang und Rechnungsprüfung
  • Zahlung

Was ist Purchase-to-Pay?

Purchase-to-Pay (P2P) ist der operative Beschaffungsprozess eines Unternehmens: von der Bedarfsmeldung über Bestellanforderung, Freigabe, Bestellung und Wareneingang bis zur Prüfung und Zahlung der Lieferantenrechnung. Der Begriff beschreibt einen Prozess, an dem Fachbereiche, Einkauf und Kreditorenbuchhaltung beteiligt sind, und keine bestimmte Software. Procure-to-Pay bezeichnet denselben Prozess.

  1. BedarfOvenca
  2. BestellanforderungOvenca
  3. FreigabeOvenca
  4. BestellungERP
  5. WareneingangERP
  6. RechnungsprüfungERP
  7. ZahlungERP

Übergabe der freigegebenen Anforderung oder Bestellung an das ERP per OCI, cXML oder API

Purchase-to-Pay und Procure-to-Pay: zwei Namen für einen Prozess

Purchase-to-Pay und Procure-to-Pay werden gleichbedeutend verwendet und beide mit P2P abgekürzt. Im deutschen Sprachraum ist Purchase-to-Pay verbreitet, im englischen überwiegt Procure-to-Pay. Einen inhaltlichen Unterschied gibt es nicht: Beide Begriffe meinen den Weg vom Bedarf bis zur Zahlung.

Gelegentlich ist auch von Requisition-to-Pay (R2P) die Rede. Der Begriff entspricht P2P und hebt die Bestellanforderung als Ausgangspunkt hervor. Ein eigener deutscher Fachbegriff hat sich nicht durchgesetzt; sinngemäß bedeutet Purchase-to-Pay: vom Einkauf bis zur Zahlung.

Der Purchase-to-Pay-Prozess in sieben Schritten

Die Zahl der Schritte wird je nach Quelle unterschiedlich gezählt, die Abfolge ist aber überall dieselbe.

  1. Bedarf

    In einem Fachbereich entsteht ein Bedarf an einer Ware oder Dienstleistung. Der Bedarfsträger sucht im Katalog oder beschreibt den Bedarf frei, wenn es keinen passenden Artikel gibt.

  2. Bestellanforderung (BANF)

    Aus dem Bedarf entsteht die Bestellanforderung mit Menge, Termin, Lieferort und Kontierung. Sie ist ein interner Beleg und verpflichtet das Unternehmen noch nicht gegenüber dem Lieferanten.

  3. Freigabe

    Die Anforderung wird nach Wert, Kostenstelle oder Warengruppe an die zuständigen Genehmiger geleitet. Wer bis zu welchem Betrag freigeben darf, regelt die Freigabematrix.

  4. Bestellung

    Aus der freigegebenen Anforderung wird die Bestellung erzeugt und an den Lieferanten übermittelt. Erst sie ist der verbindliche Auftrag.

  5. Wareneingang

    Die Lieferung wird angenommen und mit Bezug zur Bestellung gebucht. Bei Dienstleistungen tritt die Leistungserfassung an diese Stelle.

  6. Rechnungsprüfung

    Die Lieferantenrechnung wird mit Bestellung und Wareneingang abgeglichen. Stimmen Menge und Preis überein, kann sie ohne Rückfrage zur Zahlung freigegeben werden.

  7. Zahlung

    Die Kreditorenbuchhaltung zahlt nach den vereinbarten Zahlungsbedingungen und verbucht den Vorgang. Damit ist der Prozess abgeschlossen.

Purchase-to-Pay, Source-to-Pay und Order-to-Cash im Vergleich

Source-to-Pay ist der weiter gefasste Begriff: Er schließt den strategischen Einkauf ein, der vor dem ersten Bedarf liegt. Order-to-Cash beschreibt dagegen die Vertriebsseite. Was für das einkaufende Unternehmen Purchase-to-Pay ist, ist für den Lieferanten Order-to-Cash.

KriteriumPurchase-to-Pay (P2P)Source-to-Pay (S2P)Order-to-Cash (O2C)
PerspektiveEinkaufendes UnternehmenEinkaufendes UnternehmenVerkaufendes Unternehmen
Beginnt mitBedarf und BestellanforderungBedarfsanalyse und LieferantensucheAuftrag des Kunden
Endet mitBezahlter LieferantenrechnungBezahlter LieferantenrechnungZahlungseingang des Kunden
UmfangOperativer Einkauf und RechnungsabwicklungStrategischer und operativer EinkaufAuftragsabwicklung, Lieferung, Fakturierung
BeteiligteBedarfsträger, operativer Einkauf, KreditorenbuchhaltungZusätzlich strategischer EinkaufVertrieb, Logistik, Debitorenbuchhaltung

Typische Schwachstellen im P2P-Prozess

Die meisten Störungen entstehen am Anfang des Prozesses und werden erst am Ende sichtbar, wenn die Rechnung nicht zur Bestellung passt.

  • Freitextbestellungen: Ohne Katalogartikel fehlen Preis, Lieferant und Warengruppe. Der Einkauf muss nachfragen, und die Bestellung lässt sich später schwer auswerten.
  • Maverick Buying: Fachbereiche bestellen am Prozess vorbei direkt beim Lieferanten. Verhandelte Konditionen und Freigaben werden umgangen.
  • Rechnungen ohne Bestellbezug: Fehlt die Bestellnummer, lässt sich die Rechnung nicht automatisch abgleichen und muss manuell zugeordnet und geprüft werden.
  • Medienbrüche: Bedarfe per E-Mail oder Tabelle werden im ERP ein zweites Mal erfasst. Das kostet Zeit und führt zu Übertragungsfehlern.
  • Liegengebliebene Freigaben: Ohne Vertretungsregel wartet die Anforderung, bis jemand nachhakt.

Welche Systeme den P2P-Prozess tragen

In den meisten Unternehmen führt das ERP die Belege des Prozesses: Bestellung, Wareneingang, Rechnung und Zahlung. Die Schritte davor, also Suche, Warenkorb, Bestellanforderung und Freigabe, laufen häufig in einer vorgelagerten Einkaufsplattform, weil dort viele gelegentliche Besteller, viele Lieferanten und viele Kataloge zusammenkommen.

Besonders im indirekten Einkauf mit vielen kleinen, gleichartigen Bestellungen entscheidet dieser vordere Teil darüber, wie viele Vorgänge ohne Nacharbeit durchlaufen.

Verwandte Begriffe und passende Ovenca-Module

Was einen P2P-Prozess belastbar macht

Drei Voraussetzungen, die am Anfang des Prozesses geschaffen werden und sich bis zur Rechnung auswirken

  • Katalog statt Freitext

    Wer aus einem freigegebenen Katalog bestellt, übernimmt Artikel, Preis, Lieferant und Warengruppe aus gepflegten Daten. Die Bestellanforderung ist damit vollständig, bevor der Einkauf sie sieht.

    • Verhandelte Preise in der Anforderung
    • Lieferant und Warengruppe vorgegeben
    • Weniger Rückfragen des Einkaufs
  • Freigabe vor der Bestellung

    Die Genehmigung gehört vor die Bestellung und nicht vor die Rechnung. Klare Regeln nach Wert, Kostenstelle und Warengruppe sorgen dafür, dass Anforderungen ohne Umweg bei den zuständigen Personen ankommen.

    • Regeln nach Wert und Kostenstelle
    • Vertretung bei Abwesenheit
    • Nachvollziehbare Entscheidungen
  • Bestellbezug bis zur Rechnung

    Jeder Folgebeleg verweist auf die Bestellung: Wareneingang, Rechnung und Zahlung. Nur so lässt sich die Rechnung gegen Bestellung und Wareneingang abgleichen, ohne dass jemand suchen muss.

    • Bestellnummer auf der Rechnung
    • Wareneingang mit Bezug zur Bestellung
    • Einmalige Datenerfassung

Welchen Teil von Purchase-to-Pay Ovenca abdeckt

Ovenca deckt den vorderen Teil des P2P-Prozesses vor dem ERP ab: vom Katalog bis zur Übergabe der freigegebenen Anforderung oder Bestellung. Wareneingang, Rechnungsprüfung und Zahlung bleiben im ERP.

Kataloge und Lieferantenanbindung
Im Catalog Management werden Lieferantenkataloge importiert, validiert und freigegeben. Über das Vendor Portal pflegen Lieferanten ihre Kataloge selbst; der Einkauf prüft und gibt frei.
Suche und Warenkorb im Catalog Shop
Bedarfsträger suchen über alle freigegebenen Kataloge und über Punchout-Kataloge mit Level 2 und legen Katalog-, Punchout- und Freitextpositionen in einen gemeinsamen Warenkorb.
Bestellanforderung und Freigabe
Aus dem Warenkorb entsteht die Bestellanforderung. Sie durchläuft mehrstufige Freigaben nach Wert, Kostenstelle oder Kategorie.
Übergabe an das ERP
Freigegebene Warenkörbe, Bestellanforderungen oder Bestellungen übergibt Ovenca per OCI, cXML oder API an das ERP, ohne erneute Erfassung.
Was im ERP bleibt
Das ERP bleibt führend für Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Zahlung. Rechnungseingang, Rechnungsprüfung und Zahlungsverkehr sind kein Bestandteil von Ovenca.

Purchase-to-Pay: Fragen und Antworten

Prüfen Sie, wo Ovenca in Ihren P2P-Prozess passt

In einem Gespräch gehen wir Ihre Schritte vom Bedarf bis zur Übergabe an das ERP durch und sagen Ihnen offen, welche Teile Ovenca übernimmt und welche im ERP bleiben.