LkSG-Pflichten: Sorgfaltspflichten im Einkauf umsetzen

Was § 3 LkSG verlangt, welcher Teil davon im Einkauf anfällt und welches System welche Pflicht trägt.

Das Gesetz beschreibt die Sorgfaltspflichten knapp. Die Arbeit entsteht bei der Umsetzung: Wer holt Selbstauskünfte ein, wo wird die Risikoanalyse geführt, wie wirkt eine Einstufung auf die Bestellung? Diese Seite ordnet die Pflichten aus Sicht des Einkaufs ein und zeigt, was Ovenca dazu beiträgt und was nicht.

Zur Lieferkettengesetz-Software
  • Pflichten nach § 3 LkSG
  • Sicht des Einkaufs
  • Rechtsstand Oktober 2026
  • Audit-Trail

Welche Sorgfaltspflichten das LkSG nennt

§ 3 LkSG zählt die Sorgfaltspflichten auf: ein Risikomanagement einrichten, eine betriebsinterne Zuständigkeit festlegen, regelmäßige Risikoanalysen durchführen, eine Grundsatzerklärung abgeben, Präventionsmaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich und gegenüber unmittelbaren Zulieferern verankern, Abhilfemaßnahmen ergreifen, ein Beschwerdeverfahren einrichten, Sorgfaltspflichten in Bezug auf mittelbare Zulieferer umsetzen sowie dokumentieren und berichten. Die Berichtspflicht soll nach dem Regierungsentwurf zur Änderung des LkSG entfallen; das BAFA prüft Berichte seit 2025 nicht mehr. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Vier Pflichtenbereiche und was der Einkauf dazu beiträgt

Zu jedem Bereich: was das Gesetz verlangt, was im Einkauf zu tun ist und wo Ovenca unterstützt.

  • Risikomanagement und Risikoanalyse

    Die Risikoanalyse ist nach § 5 einmal im Jahr sowie anlassbezogen durchzuführen, für den eigenen Geschäftsbereich und die unmittelbaren Zulieferer. Ihre Ergebnisse sind zu gewichten, zu priorisieren und intern an die Entscheidungsträger zu kommunizieren.

    • Einkauf liefert Lieferanten, Warengruppen und Bestellvolumen
    • Ovenca stellt Bestellstatistiken und Katalogdaten als Export bereit
    • Die Bewertung selbst erfolgt in einem Spezialwerkzeug oder mit der Vorlage
    • Ovenca enthält keine Länder- oder Branchenindizes
  • Präventions- und Abhilfemaßnahmen

    Prävention betrifft auch Beschaffungsstrategie und Einkaufspraktiken. Wird eine Verletzung festgestellt, sind Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.

    • Bestellung aus Katalogen freigegebener Lieferanten
    • Mehrstufige Freigaben nach Rolle und Wert
    • Kataloge und Artikel eines Lieferanten lassen sich sperren
    • Maßnahmenpläne, Schulungen und Audits werden außerhalb von Ovenca geführt
  • Beschwerdeverfahren

    § 8 verlangt ein Beschwerdeverfahren mit öffentlich zugänglicher Verfahrensordnung, das die Vertraulichkeit der Identität wahrt. Seine Wirksamkeit ist mindestens einmal im Jahr und anlassbezogen zu überprüfen.

    • Ovenca ist kein Hinweisgebersystem
    • Erforderlich ist eine eigene Lösung oder ein externer Dienst
    • Der Einkauf wirkt bei der Aufklärung von Hinweisen zu Lieferanten mit
    • Bestellhistorie und Protokolle aus Ovenca dienen dabei als Beleg
  • Dokumentation

    Nach § 10 Abs. 1 ist die Erfüllung der Sorgfaltspflichten fortlaufend zu dokumentieren und die Dokumentation mindestens sieben Jahre aufzubewahren.

    • Protokoll mit Nutzer, Aktion und Zeitstempel
    • Katalogänderungen mit altem und neuem Wert
    • Export als CSV oder JSON
    • Aufbewahrungsdauer einstellbar; Standard sind mindestens zwei Jahre

Was sich in der Umsetzung bewährt

Sorgfaltspflichten scheitern selten am Verständnis des Gesetzes. Sie scheitern an Zuständigkeiten, doppelter Datenpflege und an Vorgaben, die im Bestellprozess nicht ankommen.

Zuständigkeiten klären
Compliance verantwortet Methodik und Bewertung, der Einkauf die Lieferantenbeziehung und die Daten. Legen Sie fest, wer Selbstauskünfte anfordert und wer sie prüft.
Ein führender Lieferantenstamm
In den meisten Landschaften führt das ERP den Lieferantenstamm. Portal und Compliance-Werkzeug sollten sich darauf beziehen, statt eigene Listen zu pflegen.
Vorgaben im Bestellprozess
Eine Einstufung wirkt erst, wenn sie die Bestellung beeinflusst. Freigegebene Kataloge und Freigaben sind dafür der einfachste Hebel.
Nachweise aktuell halten
Zertifikate laufen ab, Selbstauskünfte veralten. Im Vendor Portal reichen Lieferanten Aktualisierungen selbst ein; der Einkauf prüft und gibt frei.
Schrittweise beginnen
Ovenca lässt sich mit einem Modul starten und später erweitern, zum Beispiel zuerst mit dem Vendor Portal für die wichtigsten Lieferanten.
Grenzen kennen
Risikobewertung, Beschwerdeverfahren und Maßnahmenverfolgung gehören nicht zu Ovenca. Planen Sie dafür ein Compliance-Werkzeug oder einen klar geregelten manuellen Prozess ein.

Fragen und Antworten zu den LkSG-Pflichten

Pflichten den richtigen Systemen zuordnen

Zeigen Sie uns Ihre Lieferantenstruktur und Ihre Systemlandschaft. Wir skizzieren, welche Aufgaben Ovenca im Einkauf übernimmt und wo ein Compliance-Werkzeug nötig bleibt.